Wissenschaftlichkeit & Wirksamkeit
Wissenschaftlich fundiert – und in der Praxis wirksam
Unser Ansatz beruht auf einem international anerkannten, evidenzbasierten Therapie-Verfahren – und wir überprüfen die Wirkung unserer Trainings seit über zehn Jahren in regelmäßigen Befragungen. Hier zeigen wir, woher unser Ansatz kommt, was die Forschung sagt und was unsere eigene Evaluation zeigt.
Der metakognitive Ansatz und seine Herkunft
Der metakognitive Ansatz geht auf den britischen Psychotherapeuten und Wissenschaftler Adrian Wells zurück. Er richtet den Blick auf die Prozesse des Denkens und zeigt, dass die Art, wie wir unsere Gedanken bewerten und wie wir mit ihnen umgehen, einen Einfluss auf unser psychisches Wohlbefinden und unsere Leistungsfähigkeit hat.
Im Zentrum des metakognitiven Ansatz steht das sogenannte Kognitive-Aufmerksamkeits-Syndrom (Cognitive Attentional Syndrome, CAS), ein sich selbst verstärkendes Muster aus:
- Perseveratives Denken: anhaltendes Grübeln (über Vergangenes) und Sorgen (über Zukünftiges); Gedanken drehen sich in Schleifen, ohne zu einer Lösung zu führen.
- Bedrohungsüberwachung (Gefahren-Radar): die Aufmerksamkeit ist auf mögliche Gefahren, Fehler oder Risiken fixiert; ständiges Scannen nach Problemen.
- Ungünstige Bewältigungsstrategien: wie Vermeidung, Gedankenunterdrückung, ständiges Sich-Rückversichern oder übermäßige Kontrolle. Diese verschaffen kurzfristig Entlastung und verfestigen das Muster langfristig.
Gesteuert wird dieses Muster von metakognitiven Überzeugungen – inneren Annahmen darüber, wie hilfreich oder nötig bestimmte Denkweisen sind.
Auf dieser wissenschaftlichen Grundlage baut addisca auf und überträgt die Prinzipien in Training und Prävention für den Arbeitsalltag – keine Therapie und keine Heilbehandlung.
Wissenschaftliche Fundierung: die Studienlage
Die Metakognitive Therapie (Metacognitive Therapy; MCT) ist gut erforscht. Ihre Wirksamkeit ist in zahlreichen Studien belegt – klinisch wie zunehmend auch im nicht-klinischen und beruflichen Kontext.
MCT im klinischen und nicht-klinischen Kontext ...
- Es zeigt sich eine störungsübergreifende Wirksamkeit bei u. a. Angststörungen, Depression, Zwangsstörungen und Posttraumatischen Belastungsstörungen (Hansmeier & Exner, 2020; Normann & Morina, 2018; Sánchez Escamilla et al., 2024).
- Es gibt Hinweise auf die Wirksamkeit bei Sucht (u. a. Hamonniere & Varescon, 2018), Hypochondrie (Weck et al., 2013), sozialer Angst (Donald et al., 2014), ADHS (Alvarez-Fischer im Podcast des Expertenrats ADHS, 2024, 06:20), Prokrastination (Fernie et al., 2017), Schlafstörungen (Salim et al., 2025), Prüfungsangst (Cochran, 2019; Fergus & Limbers, 2019; Fergus et al., 2014), Stress (Myhr et al., 2019) sowie arbeitsbedingtem Stress (De Dominicis et al., 2021).
- Studien zur Attention Training Technique (ATT) geben Hinweise zur Wirksamkeit hinsichtlich einer verbesserten Aufmerksamkeitskontrolle bzw. einer flexibleren Aufmerksamkeit (Barth et al., 2019; Callinan et al., 2015; Fernie et al., 2019; Heitland et al., 2020; Jahn et al., 2023), einer verbesserten Impulskontrolle (Murray et al., 2018), sportlicher Leistung (Moen et al., 2016) und des Stresserleben (Baumeister et al., 2024). In der Studie von Baumeister et al. (2024) wurde eine gekürzte Version der ATT untersucht.
Studien zum addisca-Training
An der Universität zu Lübeck wurde das addisca-Präsenztraining mit Medizinstudierenden untersucht (Obst & Faure, 2023; Obst et al., 2018): es zeigten sich ein stressreduzierender Einfluss, eine Reduktion der mentalen Belastung und Hinweise auf indirekt positive Effekte auf die allgemeine Gesundheit.
Wie das addisca-Training wirkt

Es kommt nicht darauf an, was wir denken, sondern wie wir denken. Unsere Befragungsdaten stützen den Wirkmechanismus: Ein besseres Bewusstsein für die eigenen Denkprozesse (metakognitives Bewusstsein) erleichtert die tatsächliche Anwendung im Alltag (exekutive Kontrolle) – und diese Anwendung wirkt sich günstig auf das Stresserleben aus.
Die Wirkung entsteht dabei vor allem indirekt: Erst wenn Menschen im Alltag eine distanzierte Haltung gegenüber ihren Gedanken einnehmen, verbessert sich der Umgang mit Belastungen. Das deckt sich mit aktueller Forschung, die metakognitiven Schlüsselfertigkeiten eine zentrale Rolle zuweist (De Dominicis et al., 2021; Wells, 2019).
Wie wir Wirksamkeit messen
Wir überprüfen die Wirkung seit 2011 in einer fortlaufenden Beobachtungsstudie mit standardisierten Online-Nachbefragungen. Befragt wird frühestens im Kalenderjahr nach dem Training – so zeigt sich, was im Alltag hängen bleibt, nicht nur die Stimmung direkt danach. Auf einer fünfstufigen Skala erfassen wir Selbsteinschätzungen zu metakognitivem Bewusstsein, exekutiver Kontrolle, Emotionsregulation und Umgang mit Stress.
Bei der App fragen wir zweimal: direkt nach den ersten drei Kapiteln der Lernreise (T1) und sechs Wochen später (T2).
Die Teilnahme ist freiwillig und anonym.
Unsere Zahlen stammen aus retrospektiven Selbsteinschätzungen – sie bilden die subjektiv wahrgenommene Veränderung ab, kein Vorher-Nachher-Vergleich und keine randomisierte Kontrollstudie. Wir berichten die Werte daher bewusst zurückhaltend – als konsistente Rückmeldung aus der Praxis, nicht als klinischer Wirksamkeitsnachweis.
Ergebnisse unserer Evaluation
Die dargestellten Werte stammen aus unseren Befragungen zum addisca Präsenztraining; dem Trainingsformat, das wir am längsten anbieten und evaluieren. Sie geben den Anteil der befragten Teilnehmenden wieder, für den die jeweilige Aussage zumindest teilweise zutrifft.

Gilt das auch für die anderen Formate?
Für das Online Live Training, die addisca App und unsere Impulsvorträge liegen bisher nur kleine Stichproben vor; die Ergebnisse verstehen wir als Tendenz, nicht als belastbare Kennzahlen. Es zeigt sich auch bei diesen Formaten ein sehr ähnliches Bild – ein Hinweis darauf, dass die Teilnehmenden eine ähnliche Wirksamkeit erleben, wie beim Präsenztraining.
Warum die Stichproben (noch) klein sind
Wir würden gern noch mehr Teilnehmende befragen – die Gründe sind organisatorisch, nicht inhaltlich: Einladungen laufen bei Inhouse-Trainings über den Arbeitgeber und werden nicht immer weitergeleitet; Datenschutz/Betriebsvereinbarungen lassen Befragungen teils nicht zu; durch den zeitlichen Abstand sind Personen gewechselt und nicht mehr über den Arbeitgeber erreichbar; Teilnahme ist streng freiwillig und anonym; neuere Formate (App seit 2023, Impulse seit 2024) haben naturgemäß noch kleine Stichproben.
Wissenschaftliche Begleitung
Professor Philipp Klein begleitet addisca als wissenschaftlicher Beirat und unterstützt die kontinuierliche Weiterentwicklung der Trainings auf Basis aktueller Forschung und klinischer Expertise.

Prof. Dr. Jan Philipp Klein
Ärztlicher Direktor des Zentrums für Integrative Psychiatrie (ZIP), UKSH, Universität zu Lübeck

Das addisca Institut
Über unsere Trainings hinaus fördert und unterstützt das addisca Institut Forschung, Entwicklung und Weiterbildung auf dem Gebiet der psychischen Gesundheit. Im Fokus stehen sowohl innovative therapeutische Verfahren als auch die Identifikation und Entwicklung nachhaltig wirksamer präventiver Konzepte – damit Prävention im Arbeitskontext weiter auf solider Basis steht.
Referenzen aus der Praxis
Case 1
Mentale Stärke in Zeiten des Wandels
Umstrukturierung, drohende Entlassungen: Wie ein Logistikunternehmen mit über 5.000 Mitarbeitenden seine Belegschaft durch die Krise begleitete, und warum es die addisca Trainings bis heute regelmäßig einsetzt.
Referenzprojekt herunterladenCase 2
Wissenschaftlich fundierte Gesundheitsförderung im öffentlichen Sektor
Ohne akuten Anlass, aber mit klarem Anspruch: Wie eine Behörde mit rund 2.000 Mitarbeitenden auf Prävention setzte und warum aus einem Impulsvortrag eine langfristige Zusammenarbeit wurde.
Referenzprojekt herunterladenNächster Schritt
Wirkung, die zu Ihrem Unternehmen passt?
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Quellen
- Barth, V., Heitland, I., Krüger, T. H. C., Kahl, K. G., Sinke, C., & Winter, L. (2019). Shifting instead of drifting—Improving attentional performance by means of the attention training technique. Frontiers in Psychology, 10, Artikel 23. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2019.00023
- Baumeister, A., Böger, S., Schindler, L., Klein, J. P., & Moritz, S. (2024). Effectiveness of an abbreviated version of the automated attention training technique (ATT) for stress reduction in a non-clinical sample—A randomized controlled trial. Journal of Contextual Behavioral Science, 32, Artikel 100772. https://doi.org/10.1016/j.jcbs.2024.100772
- Callinan, S., Johnson, D., & Wells, A. (2015). A randomised controlled study of the effects of the attention training technique on traumatic stress symptoms, emotional attention set shifting and flexibility. Cognitive Therapy and Research, 39(1), 4–13. https://doi.org/10.1007/s10608-014-9634-8
- Cochran, C. J. (2019). Test anxiety and the attention training technique (ATT): A feasibility study [Dissertation, Baylor University]. https://baylor-ir.tdl.org/items/cc497c9b-20da-4a4d-b67f-d19f1cc77a87
- De Dominicis, S., Troen, M. L., & Callesen, P. (2021). Metacognitive therapy for work-related stress: A feasibility study. Frontiers in Psychiatry, 12, Artikel 668245. https://doi.org/10.3389/fpsyt.2021.668245
- Donald, J., Abbott, M. J., & Smith, E. (2014). Comparison of attention training and cognitive therapy in the treatment of social phobia: A preliminary investigation. Behavioural and Cognitive Psychotherapy, 42(1), 74–91. https://doi.org/10.1017/S1352465812001051
- Expertenrat ADHS (Host). (2024). Das Potenzial von Psychotherapie bei ADHS [Audio-Podcast-Episode]. In ADHS Podcast-Reihe. https://www.expertenrat-adhs.de/podcast/das-potenzial-von-psychotherapie-bei-adhs/
- Fergus, T. A., & Limbers, C. A. (2019). Reducing test anxiety in school settings: A controlled pilot study examining a group format delivery of the attention training technique among adolescent students. Behavior Therapy, 50(4), 803–816. https://doi.org/10.1016/j.beth.2018.12.001
- Fergus, T. A., Wheless, N. E., & Wright, L. C. (2014). The attention training technique, self-focused attention, and anxiety: A laboratory-based component study. Behaviour Research and Therapy, 61, 150–155. https://doi.org/10.1016/j.brat.2014.08.007
- Fernie, B. A., Bharucha, Z., Nikčević, A. V., Marino, C., & Spada, M. M. (2017). A metacognitive model of procrastination. Journal of Affective Disorders, 210, 196–203. https://doi.org/10.1016/j.jad.2016.12.042
- Fernie, B. A., Spada, M. M., & Brown, R. G. (2019). Impact of a brief auditory attention training on a modified colour-word Stroop task in a high anxiety and worry sample. Journal of Cognitive Psychology, 31(3), 303–316. https://doi.org/10.1080/20445911.2019.1612408
- Hamonniere, T., & Varescon, I. (2018). Metacognitive beliefs in addictive behaviours: A systematic review. Addictive Behaviors, 85, 51–63. https://doi.org/10.1016/j.addbeh.2018.05.018
- Hansmeier, J., & Exner, C. (2020). Störungs- und Behandlungskonzepte sowie empirische Evidenz der metakognitiven Therapie nach Wells [Metacognitive model, treatment approach and empirical evidence of the metacognitive therapy by Wells]. Zeitschrift für Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie, 68(3), 171–179. https://doi.org/10.1024/1661-4747/a000416
- Heitland, I., Barth, V., Winter, L., Jahn, N., Burak, A., Sinke, C., Krüger, T. H. C., & Kahl, K. G. (2020). One step ahead—Attention control capabilities at baseline are associated with the effectiveness of the attention training technique. Frontiers in Psychology, 11, Artikel 401. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2020.00401
- Jahn, N., Sinke, C., Kayali, Ö., Krug, S., Leichter, E., Peschel, S., Müller, T., Burak, A., Krüger, T. H. C., Kahl, K. G., & Heitland, I. (2023). Neural correlates of the attention training technique as used in metacognitive therapy—A randomized sham-controlled fMRI study in healthy volunteers. Frontiers in Psychology, 14, Artikel 1084022. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2023.1084022
- Moen, F., Firing, K., & Wells, A. (2016). The effects of attention training techniques on stress and performance in sports. International Journal of Applied Sports Sciences, 28(2), 213–225.
- Murray, J., Scott, H., Connolly, C., & Wells, A. (2018). The attention training technique improves children's ability to delay gratification: A controlled comparison with progressive relaxation. Behaviour Research and Therapy, 104, 1–6. https://doi.org/10.1016/j.brat.2018.02.003
- Myhr, P., Hursti, T., Emanuelsson, K., Löfgren, E., & Hjemdal, O. (2019). Can the attention training technique reduce stress in students? A controlled study of stress appraisals and meta-worry. Frontiers in Psychology, 10, Artikel 1532. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2019.01532
- Normann, N., & Morina, N. (2018). The efficacy of metacognitive therapy: A systematic review and meta-analysis. Frontiers in Psychology, 9, Artikel 2211. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2018.02211
- Obst, K., & Faure, T. (2023). Erfolgreich gesund studieren an der Universität zu Lübeck: Abschlussbericht zur TK-Förderung 2020–2023. AG Studierendengesundheit, Universität zu Lübeck.
- Obst, K., Frieling, A., Steinhoff, F., Schweiger, U., & Kötter, T. (2018). Einfluss des addisca-Trainings auf das Stresserleben und die Gesundheit von Medizinstudierenden: Ergebnisbericht [Unveröffentlichtes Manuskript]. Universität zu Lübeck.
- Salim, O., Bauducco, S., Norell, A., & Callesen, P. (2025). Metacognitive therapy for insomnia: An open cohort study on clinical outcomes and the role of cognitive-attentional syndrome factors in insomnia. Sleep Medicine: X, 10, Artikel 100153. https://doi.org/10.1016/j.sleepx.2025.100153
- Sánchez Escamilla, F., Redondo Delgado, M., Herrero, L., & Pérez Nieto, M. Á. (2024). Metanalysis of the efficacy of metacognitive therapy and acceptance and commitment therapy on cognitive intrusion. Current Psychology, 43(9), 8149–8157. https://doi.org/10.1007/s12144-023-05001-5
- Weck, F., Neng, J. M. B., & Stangier, U. (2013). The effects of attention training on the perception of bodily sensations in patients with hypochondriasis: A randomized controlled pilot trial. Cognitive Therapy and Research, 37(3), 514–520. https://doi.org/10.1007/s10608-012-9482-3
