Homeoffice

Homeoffice: Die Chance mit Schattenseiten

Pflicht oder nicht: Homeoffice wird bleiben, zumindest in Teilen. Doch die neuen Arbeitsbedingungen haben auch ihre Tücken. So kommst Du mit der Arbeit von zuhause klar.

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Die Vorteile von Homeoffice liegen auf der Hand: Zu Hause sind viele von uns produktiver und schaffen mehr, der Beruf lässt sich besser mit der Familie vereinbaren, das Pendeln entfällt. Während der Pandemie ermöglichte jedes dritte Unternehmen seinen Beschäftigten Homeoffice, in Norddeutschland waren es laut einer Umfrage sogar über 90 Prozent. Doch auch die Beschwerden über mobiles Arbeiten sind wohl an niemandem vorbeigegangen: Die Ablenkung durch die Familie, die technischen Probleme, die verschwimmenden Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben. Viele vermissen ihre Kolleg:innen. Manche arbeiten sich sogar geradezu ins Burnout – vor allem Frauen, die den Löwenanteil der Kinderbetreuung in der Pandemie schultern mussten oder Singles, deren soziale Kontakte drastisch reduziert wurden. 

45 % der Angestellten im Homeoffice haben Probleme, abends von der Arbeit abzuschalten. Ohne Homeoffice sind es 26 %.

Hans-Böckler-Stiftung

Homeoffice ist eine Riesenchance, nicht nur in der Pandemie, sondern auch für Menschen mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen oder für Introvertierte und Hochsensible, für die ein Großraumbüro oft nur mit Baustellen-Kopfhörern zu ertragen wäre. Auch nach der Pandemie möchte eine Mehrheit zumindest teilweise von zuhause aus arbeiten, zeigte eine DAK-Studie in Hessen. Wie können wir also am Heimarbeitsplatz glücklich werden?

So kannst Du Homeoffice-Burnout vermeiden

  1. Zuhause zu arbeiten hat einen entscheidenden Vorteil: Du musst morgens nicht raus. Diesen Vorteil musst Du aber auch richtig auskosten. Es ist wichtig, dass Du Dich an Deinem Zuhause-Arbeitsplatz wohlfühlst – richte diesen also dementsprechend ein. Grenze Dich von möglichen Störfaktoren namens Kinder und Mitbewohner:innen ab, so gut es geht. Besorge Dir einen rückenschonenden Stuhl oder erkundige Dich im Büro nach ergonomischer Büroausstattung. Trage bequeme Klamotten. Stell Dir eine Pflanze hin. Eine Tageslichtlampe. Urlaubsfotos. Du verstehst schon. 
  2. Um Dich am Heim-Arbeitsplatz wirklich wohlzufühlen, solltest Du ihn aber auch gelegentlich verlassen. Laut einer weiteren DAK-Umfrage ist die Zahl der Krankheitstage wegen Rückenschmerzen im Jahr 2020 deutlich gestiegen. Um das zu vermeiden, solltest Du allerspätestens nach einer Stunde aufstehen. Geh einkaufen, joggen, spazieren oder dreimal ums Haus. Mach Rückenübungen, sprich mit jemandem – oder leg Dich auch mal aufs Sofa und starre ins Nichts –  alles besser, als am Computer zu kleben, bis Du verpixelte Augen bekommst. Kleiner Extra-Tipp: Nimm Dir die Pomodoro-Methode zu Herzen und stell Dir einen Timer. Alle 25-30 Minuten solltest du fünf Minuten Pause machen. Nach 45 Minuten brauchst Du vielleicht zehn Minuten. Und die einstündige Mittagspause solltest Du nicht vergessen. Mit regelmäßigen Pausen bleibt Dein Kopf am Ende des Arbeitstages deutlich frischer und so beugst Du auch zielloser Aufschieberitis vor. 
  3. Entgegen der Sorgen vieler Arbeitgeber belegen zahlreiche Studien, dass Menschen im Homeoffice noch mehr arbeiten als im Betrieb. Laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung machen Männer im Homeoffice zwei Überstunden in der Woche mehr als in Präsenz, Frauen im Homeoffice kümmern sich im Schnitt ganze drei Stunden mehr um die Kinder. Manchmal sind Überstunden nicht zu vermeiden – aber das sollte kein Regelfall sein. Ansonsten hast Du für nichts anderes mehr Zeit. Und das ist schlecht, denn…
  4. …geteiltes Leid reduziert sich bekanntlich um 50 Prozent – soziale Kontakte sind unverzichtbar fürs psychische Wohlbefinden. Suche Dir Gleichgesinnte: Eine Person, mit der Du zwischendurch spazieren gehen kannst, jemand, der mit Dir Mittags essen geht oder gar eine Gruppe für die bewegte Mittagspause. Austausch mit Kolleg:innen kann produktiver machen und Dir wieder das Gefühl geben, sinnvolle Arbeit zu machen und gebraucht zu werden. Und auch der Austausch mit der Chefetage darf nicht zu kurz kommen: Die meisten Angestellten wünschen sich deutlich mehr Feedback von ihrer Führungskraft. 
  5. Nach der Arbeit nicht abschalten zu können, das wird im Homeoffice zu einer noch größeren Belastung. Was helfen kann: Die Arbeit bewusst zu beginnen und auch zu beenden, am besten lange vor den Abendstunden, damit genug Zeit für etwas anderes bleibt – ein Gespräch mit dem oder der Partner:in, ein Hobby, Sport, ein spannendes Buch. Alles, was von der Arbeit ablenkt, ist gut. Wenn es Dir generell oft schwer fällt, Dich auf etwas anderes zu konzentrieren, kann ein Aufmerksamkeitstraining Wunder wirken. Es kommt auf das Mindset an: Deine Homeoffice-Situation ist wie so vieles im Leben vermutlich nicht ideal. Doch es bringt nichts, darüber zu grübeln, Dich zu ärgern oder unaufhörlich daran zu denken. Konzentriere Dich lieber auf etwas, das Du beeinflussen kannst. So gestaltet sich auch das Leben im Homeoffice deutlich angenehmer. 

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Das Homeoffice überleben

Wenn Du nur schwer abschalten kannst, tust Du gut daran, Dich in der losgelösten Haltung zu üben: Gedanken an die Arbeit werden auftauchen. Sie zu verdrängen ist kontraproduktiv – aber das heißt auch nicht, dass Du auf diese Gedanken eingehen musst. Überleg Dir, was Du realistischerweise ändern kannst – selbst oder mithilfe Deiner Kolleg:innen, Deiner Familie oder Deiner Führungskraft. Bei dem, was Du gerade nicht ändern kannst, gilt der Grundsatz: Grübeln oder Ärgern bringt Dich auch nicht weiter. Für mehr Tipps für ein stressfreies Homeoffice-Leben, klick auf den Button.