Losgelöste Achtsamkeit

Abstand gewinnen – für mehr Fokus im Beruf und mehr Gelassenheit im Alltag

„Wieder im Stau gestanden…  keiner hat die Kaffeemaschine sauber gemacht…  und wieder hat sich niemand hat auf das Meeting vorbereitet…“
Anlässe zur Aufregung gibt es im Alltag viele. Ganz zu schweigen von ernsten Sorgen: Um den Job, die Beziehung, die Gesundheit. Solche Sorgen können uns auf gedankliche Abwege führen. Das kostet Energie, trübt die Stimmung und die Leistungsfähigkeit. Losgelöste Achtsamkeit hilft.  

Was ist Losgelöste Achtsamkeit?

Losgelöste Achtsamkeit ist eine Methode, die es Dir erlaubt, inneren Abstand zu Gedanken zu erlangen. Sie hilft, unvorteilhafte Gedankenmuster zu unterbrechen – was Deine Stimmung, Deinen mentalen Fokus und damit auch Deine Leistungsfähigkeit positiv beeinflusst.

Die Losgelöste Achtsamkeit ist eine zentrale Fertigkeit im Umgang mit Gedanken, Gefühlen, Reaktionen oder inneren Bildern. Sprich: Es ist eine innere Haltung, die durch Akzeptanz und Abstand geprägt ist. Achtung: Es geht nicht darum, Deine Gedanken zu verdrängen.

Losgelöste Achtsamkeit heißt: Du nimmst störende Gedanken bewusst wahr, verzichtest jedoch darauf, Dich mit ihnen auseinanderzusetzen. Mit etwas Übung bekommst Du es immer besser hin, Deinen Fokus stattdessen auf sinnvolle Gedanken oder Aufgaben zu richten. Das erleichtert Dir, Dich schneller auf neue Gegebenheiten einzustellen und produktiv zu bleiben. Wir sehen als Bestandteil eines Metakognitiven Mindsets nach addisca.  

Drinks sind wie Gedanken. Du musst sie nicht trinken.
Drinks sind wie Gedanken. Du musst sie nicht trinken.

Wie funktioniert Losgelöste Achtsamkeit genau?

Stell’ Dir vor, es wird ein neues Dokumenten-Management-System in Deiner Firma eingeführt. Das alte System ist nicht mehr datenschutzkonform und zu langsam. Fast jede:r Mitarbeiter:in ist mehr oder weniger unzufrieden mit der aktuellen Softwarelösung. Dennoch stehen viele dem Wechsel skeptisch gegenüber.

Gewisse Überzeugungen verhindern, dass sie die Vorteile sehen. Beispielsweise:

„Ich kann mit neuer Technik einfach nicht umgehen.“ ODER
„Lieber in Software als in die Mitarbeiter investieren. Das ist immer das Gleiche.“

Ob solche Gedanken kommen oder nicht, das lässt sich nur schwer beeinflussen. Oft hängen sie vielmehr mit den Einstellungen und Überzeugungen einer Person zusammen als mit der Realität. Auf Dauer können sie sich jedoch zu ungesunden Denkmustern verfestigen, die den Lernerfolg, die Laune und die Konzentration beeinträchtigen. “Ich kann nicht mit neuer Technik” kann sich irgendwann zu einem Motivationskiller wie “Ich werde es nie können” auswachsen. Es hilft deshalb, den Umgang mit diesen Gedanken zu schulen.

Martin Hauptmeier über Losgelöste Achtsamkeit?

Martin Hauptmeier über addisca
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Losgelöste Achtsamkeit ist Abstand

Losgelöste Achtsamkeit heißt also: Nichts tun, nachdem Du einen störenden Gedanken wahrnimmst. Genau: nichts. Du entscheidest, den Gedanken stehenzulassen. Du bekämpfst ihn nicht, drückst ihn nicht weg, versuchst nicht, ihn umzudeuten – diese Strategien führen nämlich dazu, dass das Thema in Deinem Kopf größer wird.

Stattdessen kannst Du Deine Aufmerksamkeit auf das richten, was für Dich gerade wichtig ist. Der störende Gedanke kann sich immer wieder in Dein Bewusstsein drängen. Wahre Abstand: Behandle ihn wie einen Gast, der zwar zu Besuch ist, mit dem Du aber nicht redest. Er sitzt einfach auf Deinem Sofa, während Du staubsaugst, arbeitest oder ein Buch liest. addisca vermittelt diese Kompetenz, verpackt in kleinen digitalen Übungen.

Ist Losgelöste Achtsamkeit nicht einfach nur Ablenkung?

Ablenkung bedeutet, sich mit etwas anderem zu beschäftigen, damit Du unvorteilhafte Gedanken nicht denken musst. Eine verständliche Reaktion, vielleicht kennst Du es aber auch Folgendes:

Du fängst an aufzuräumen oder Sport zu machen, um unangenehme Gedanken aus dem Kopf zu drängen. Kurzfristig gelingt es, doch dann kommen sie zurück. Statt dem erhofften Ausgleich ist Dein Kopf immer noch mit Problemen beschäftigt. Was machst Du jetzt? Du brauchst eine wirksame Strategie!

Losgelöste Achtsamkeit bietet:

Fokus in anspruchsvollen Situationen

Größeren Nutzen von Auszeiten

Objektivere Entscheidungen

Die richtige Strategie in jeder Situation

Ablenkung als Strategie zu nutzen, kann ein Hinweis auf folgende Überzeugung sein:

„Ich muss mich intensiv mit etwas anderem beschäftigen, um meine Gedanken loszuwerden.“ ODER „Die Gedanken sind das Problem, ich muss sie wegdrücken, damit es mir besser geht.“

Womöglich führen Dich solche Überzeugungen über Dein Denken – auch Metakognitionen genannt – in eine Falle. Du missbrauchst Ablenkung als Unterdrückungsstrategie für Gedanken. Das zeugt von einem falschen Verständnis von Denkprozessen. Denn Verdrängung funktioniert nachweislich nicht auf Dauer – sie macht alles nur schlimmer.

Losgelöste Achtsamkeit ist keine Ablenkung – sie ist eine Haltung, mit der Du ohne Gedankenkarussell Sport treiben und ohne Hadern die neue Software erforschen kannst. Du widmest Dich dem, was Dir wichtig ist oder worauf Du gerade Lust hast, statt zu grübeln oder zu hadern. Die Gedanken kommen vielleicht zwischendurch immer wieder, aber Du lässt Dir von ihnen nicht die Laune verderben und verlierst nicht Deinen Fokus. So kannst Du mehr genießen, was Du gerade tust, wirklich Energie tanken und besser abschalten. Die Methode bietet Dir also mehr Quality-Time.

Metakognition verstehen – in 5 Mails

In den nächsten 5 Wochen erhältst Du eine E-Mail pro Woche und lernst wichtige Basics über Deine Denkprozesse und welche Rolle Metakognitionen dabei spielen. 

Ursprung der Methodik

Losgelöste Achtsamkeit ist Teil der Metakognitiven Therapie nach Adrian Wells. Die Methode, im englischen als “Detached Mindfulness” bezeichnet, wird von Wells als Mittel beschrieben, um den sogenannten Objektmodus zu verlassen. Im Objektmodus befinden wir uns, wenn wir uns mit einem Gedanken identifizieren, ihm weiter folgen und die damit verbunden Emotionen zunehmend intensiver erleben. Umgangssprachlich könnte man sagen, wir steigern uns in eine Sache hinein.

Sobald wir diesen durch Detached Mindfulness verlassen haben, befinden wir uns im Metakognitiven Modus. Der Zustand, der es erlaubt eine andere Haltung zu den Gedanken zu erlangen. Befinden wir uns zu häufig im Objektmodus, begünstigt dies psychische Erkrankungen.

Heute gilt die Metakognitive Therapie als eine der effektivsten Methoden bei der Behandlung von Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen. Sie gehört zur dritten Welle der Psychotherapie.

Metakognitives Mindset nach addisca

addisca versteht sich nicht als Therapeut. Unser Ziel ist es, Kompetenzen für den Alltag zu vermitteln. Dabei bedienen wir uns einer durch die Forschung gesicherten Methodik – der Metakognition. Wir wenden diese Erkenntnisse auf Herausforderungen im Berufsalltag, zwischenmenschlicher Kommunikation und persönlicher Zielsetzung an.

Ein Metakognitives Mindset schützt vor mentaler Belastung und unterstützt eine fokussierte Lebensweise. Das geschieht auf natürliche Weise, in dem vorhandene mentale Fähigkeiten gestärkt werden. Um sie zu erlernen, bedarf es keine Vorkenntnisse – Metakognition ist leicht und in jeder Situation einsetzbar. Probier’ es aus!